Für eine zuverlässige Maschinendiagnostik reicht die Höhe einer Schwingung allein nicht aus. In der Praxis werden RMS-Wert, Crest-Faktor und Phase gemeinsam betrachtet, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und mögliche Fehlerursachen einzugrenzen. Während der RMS-Wert die allgemeine Schwingungsbelastung beschreibt, weist ein erhöhter Crest-Faktor auf impulsartige Ereignisse hin. Die Phase zeigt zusätzlich, wie verschiedene Bereiche der Maschine zueinander schwingen. Eine zuverlässige Erfassung und gemeinsame Auswertung dieser Parameter kann dazu beitragen, Schäden frühzeitig zu erkennen und ungeplante Ausfallzeiten sowie kostenintensive Reparaturen zu vermeiden.
Ein typisches Beispiel ist ein beginnender Wälzlagerschaden. Einzelne Stoßimpulse erhöhen zunächst den Spitzenwert und damit den Crest-Faktor, während der RMS-Wert noch nahezu unverändert bleiben kann. Mit fortschreitendem Schaden treten die Impulse häufiger auf und der RMS-Wert steigt. Dadurch kann der Crest-Faktor wieder sinken, obwohl sich der Zustand des Lagers verschlechtert. Bei einer alleinigen Betrachtung des RMS-Werts könnte der beginnende Schaden unentdeckt bleiben. Für eine zuverlässige Beurteilung müssen deshalb beide Kennwerte und ihr zeitlicher Verlauf gemeinsam betrachtet werden.
In der Zeitanalyse von WaveCam lassen sich RMS-, Crest- und Phase-Bilder mit geringem Messaufwand aus einem einzigen Video erstellen. Die flächigen Darstellungen machen Schwingungsstärke, impulsartige Ereignisse und unregelmäßige Phasenverteilungen direkt an der Maschine sichtbar, sodass erste Auffälligkeiten auch ohne tiefgehendes Expertenwissen erkannt werden können. In Verbindung mit Frequenzspektren und konventionellen Sensormessungen entsteht eine umfassende Analyse, bei der sich die unterschiedlichen Verfahren gegenseitig validieren. Dadurch unterstützt WaveCam die frühzeitige Erkennung von Veränderungen und den Einsatz einer vorausschauenden Instandhaltung.
Viele niederfrequente Schwingungsmuster von Unwucht und mechanischer Lockerheit können bereits mit einer Smartphone-Aufnahme bei 240 Bildern pro Sekunde untersucht werden. Weitere Hinweise zur Aufnahme finden Sie in unserer FAQ zur Schwingungsmessung mit dem Smartphone.