Wie erkennt man mit WaveCam Messfehler durch Kabelschwingungen?

Ungewöhnlich hohe Amplituden in einem Sensorsignal müssen nicht zwangsläufig von der untersuchten Maschine stammen. Bei einer Messung am Motor einer Netzpumpe zeigte das Sensorsignal bei der ersten Harmonischen von 71,52 Hz einen physikalisch ungewöhnlich hohen Ausschlag. Die flächige optische Analyse mit WaveCam machte sichtbar, dass das unbefestigte Sensorkabel bei genau dieser Frequenz stark vibrierte und den auffälligen Peak im Sensorsignal verursachte.

Zur Überprüfung wurden das Signal des radialen Beschleunigungssensors, ein optischer Messpunkt direkt neben dem Sensor und ein optischer Messpunkt auf dem Kabel miteinander verglichen. Während das Motorgehäuse bei 71,52 Hz nur eine geringe Bewegung zeigte, war die Frequenz im Sensorsignal deutlich ausgeprägt. Die WaveCam-Animation bestätigte, dass die auffällige Schwingung vom Sensorkabel ausging.
Das Beispiel zeigt, wie die optische Vollfeldmessung mit WaveCam und klassische Sensormessungen durch gegenseitige Quervalidierung voneinander profitieren. Da WaveCam die Bewegung im gesamten sichtbaren Bereich erfasst, lassen sich auch Einflüsse des Messaufbaus wie ein unbefestigtes Sensorkabel erkennen, die in einem einzelnen Sensorsignal nicht eindeutig zuzuordnen sind. Dadurch kann ein ungewöhnlicher Peak richtig eingeordnet und eine Fehlinterpretation als Maschinenschwingung vermieden werden.

Unser Beitrag zur ICSV 32 untersucht die Smartphone-basierte Schwingungsmessung an Maschinen in Kraftwerken und vergleicht die Ergebnisse der optischen WaveCam-Analyse mit klassischen Beschleunigungssensoren. Dort finden Sie weitere Details zum Messaufbau, zur Auswertung und zu den Ergebnissen.